Die Bubenreuther Kirchweih

Aus: Ernst Höhne, Die Bubenreuther – Geschichte einer deutschen Burschenschaft, Erlangen 1936

Höhepunkt ist die Bubenreuther Kirchweih: Zur Sonnwendzeit, Sonntag vor Johanni [letztes Juni-Wochenende]; das große Sommerfest der Burschenschaft, gemeinsam gefeiert mit den Bubenreuther Bauern.

Raustanz: Tagelang dauern die Feierlichkeiten, jeder einzelne Brauch ist sorgfältig abgewogen und festgelegt: zuerst die große Leiterwagenfahrt durch die Straßen Erlangens hinaus nach Bubenreuth, voraus Musik, die Chargen zu Pferd. Dann Umzug durchs Dorf; an jedem Haus wird haltgemacht, die Musik spielt auf, die Bauernmädel werden „herausgetanzt“; sie warten in der Stube, bis die Füchse einbrechen; dann gibt sie ihr Band, er das Taschentüchlein, das danach lange in Ehren gehalten wird; wieder spielt die Musik auf und das Paar dreht sich auf dem Vorplatz vor der Haustüre. Die roten Bänder wehen am Abend vom Kirchweihbaum; er wird zuletzt unter der Leitung eines Bauernburschen mit vereinten Kräften im Hof vor dem Salettle aufgestellt.

Am nächsten Tag ist Kirchweihtanz, er gehört vor allem den Bauern. Erst am nächsten Tag bringen die Studenten ihre Gäste. Dann zieht die lange Polonaise zwischen den wogenden Getreidefeldern hindurch bis an den Waldrand des Rathsberges.

–  Bubenreuther „Kärwa“  >> weiterlesen